Wir über unsere Selbsthilfegruppe

Wir, das sind jetzt einige Frauen, sozusagen der "Rest" unserer langjährigen Selbsthilfegruppe für Frauen nach sexuellem Missbrauch, am Bodensee. Wir haben Informationen für ebenfalls betroffene Frauen gesammelt. Das sind Sachinformationen, Texte und Bilder von betroffenen Frauen, Tipps zum Überleben und mit-sich-weiterkommen. Diese Seiten sind lebendig, werden wachsen und wollen ergänzt und kommentiert werden. 

Geschichte unserer Gruppe

Unsere Selbsthilfegruppe wurde 1992 in Konstanz gegründet. Die Gruppe bestand, wie der Name schon sagt, aus Frauen nach sexuellem Missbrauch in der Kindheit. Die Zusammensetzung der Gruppe wechselte seit ihrer Gründung. Für jede Frau ist die Gruppe ein Teilabschnitt ihrer Aufarbeitung, daher sind die Zeiträume, die die einzelne Frau an der Selbsthilfegruppe teilnahm, sehr unterschiedlich. Mancher war die Gruppe für einige Monate sehr wichtig, andere bleiben über Jahre dabei. Die Nachfrage für freiwerdende Gruppenplätze war und ist schon immer sehr groß.

Wir trafen uns anfangs wöchentlich, dann 14-tägig, jedenfalls regelmäßig, zu den Selbsthilfetreffen. Wir wollen uns unseren Schwierigkeiten, den Folgen des Missbrauchs, bewusst stellen, durch die Gruppe aus der Isolation und Einsamkeit herauskommen, und uns gegenseitig im Alltag unterstützen. Was dabei entstehen kann oder welche Themen beispielsweise bearbeitet wurden, findet ihr im Teil Aufarbeitung. Wir trafen uns im geschützten Raum, begleitet von einer Therapeutin, die wir selber bezahlten, die uns begleitete und unterstützte. Wir Frauen hatten und haben teilweise ähnliche, aber auch sehr unterschiedliche Probleme im Alltag, lediglich eine Gemeinsamkeit verbindet uns: die gemeinsame Vorgeschichte des sexuellen Missbrauchs. Inzwischen besteht unsere Gruppe nur noch aus Frauen, die sich schon sehr lange mit ihrer Geschichte auseinandersetzen, daher treffen wir uns nur noch monatlich und seit einigen Jahren ohne eine begleitende Therapeutin.

  • schuld verbrennenGemeinsam alte Lasten verbrennen, Schuld, Schmerz ...

Zusätzlich zu den Gruppentreffen, machten und machen wir Öffentlichkeitsarbeit. Die Vorbereitung dazu läuft außerhalb der Gruppenabende und ist keine Pflicht, Näheres dazu findet ihr unter Öffentlich.

Unsere Gruppenregeln

Mit den Jahren haben wir einige wichtige Regeln für unsere Gruppe festgehalten, die für alle Frauen verbindlich sind: 

  • Der Raum ist sicher, von außen nicht einsehbar, ohne Störungen 
  • Wir werden von einer Therapeutin begleitet, die wir selbst bezahlen 
  • Voraussetzung für die Teilnahme ist Therapieerfahrung 
  • Die Teilnahme ist verbindlich und regelmäßig, auch wenn es einer Frau gerade nicht gut geht 
  • Die Teilnahme umfasst einen bestimmten Zeitraum (meist 3 Monate), dann wird überlegt, ob die Gruppe sich für neue Frauen öffnet
  • Es gilt absolute Schweigepflicht 
  • An den Gruppenabenden gilt absolutes Drogenverbot, auch kein Alkoholkonsum 
  • Regelmäßiger Drogenmissbrauch führt zu Ausschluss 
  • Während der Gruppenabende wird nicht gegessen, getrunken, gestrickt oder sich sonstwie abgelenkt
  • Gewalt gegenüber Personen oder Sachen ist untersagt 
  • Jede Frau hat die gleichen Rechte und Pflichten innerhalb der Gruppe
  • Konflikte zwischen den Gruppenfrauen gehören in die Gruppe
  • Kontakt zwischen den Frauen außerhalb der Gruppentreffen sind erwünscht, aber kein Muss 
  • Jede Frau unterzeichnet einen Vertrag, indem sie die Regeln anerkennt. 

Unterstützung von Frauen in Krisensituationen

Die Gruppe bietet:

  • Telefonkette 
  • Notrufnummer für nachts 
  • Weckdienst 
  • Angerufenwerden zu vereinbarten Zeiten, um den Alltag aufrecht zu erhalten 
  • Besuche,
    mit Zeit zum Zuhören und Sicherheit geben
    um Selbstverletzung und Ähnliches zu vermeiden.
    um aus Panikattacken herauszufinden und in die reale Situation zurückkommen zu können.
  • Verabredungen, um der Einsamkeit zu entgehen und Sicherheit zu geben. Auch wenn Körpergefühl und realer Bezug zur Umwelt fehlen, ist es mit Begleitung z.B. möglich, Einkaufen zu gehen oder andere wichtige Dinge zu erledigen.
  • Vereinbarungen treffen
    z.B. sich bis zum vereinbarten Zeitpunkt nichts anzutun, d.h. zu überleben.

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